Lisa Gnadl (SPD): Funklöcher sind nicht nur ärgerlich, sondern ein Sicherheitsrisiko

Die Wetterauer SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl kritisiert die bisherige Bilanz der Hessischen Landesregierung beim Ausbau der Mobilfunkversorgung

 

„Noch immer kämpfen wir in ländlichen Gebieten wie der östlichen Wetterau tagtäglich mit löchrigen Mobilfunknetzen. Doch den Ankündigungen der schwarz-grünen Koalition, die Versorgung ausbauen zu wollen, sind kaum Taten gefolgt“, so Gnadl. Deswegen habe die SPD im Hessischen Landtag in einem Berichtsantrag die Studie des hessischen Digitalisierungsministeriums zu den mobilen Netzen kritisch hinterfragt. So gehe aus dem Bericht beispielsweise hervor, dass im Zuge des so genannten „Mobilfunkpaktes“ seit September 2018 zwar insgesamt 81 Mobilfunkmasten in Hessen neu errichtet und 1.306 bestehende Anlagen modernisiert worden seien. Von diesen 1.387 Standorten befinden sich aber lediglich 132 – also weniger als zehn Prozent – im ländlichen Raum, wo die meisten Funklöcher zu finden sind.

„Wir haben in Hessen ein extremes Stadt-Land-Gefälle bei der Mobilfunkabdeckung. Das Beratungsunternehmen Umlaut hat etwa die LTE-Versorgung in 401 deutschen Landkreisen und Städten untersucht. Während Offenbach hier Rang 1 belegt, kommt der nordhessische Werra-Meißner-Kreis nur auf Platz 399 von 401. Der Wetteraukreis liegt auf Platz 205“, zitiert Lisa Gnadl das Ergebnis der Untersuchung.

Dabei gebe es auch im Wetteraukreis große Unterschiede bei der Netzabdeckung zwischen den städtischen Regionen im westlichen Kreisteil und dem ländlich geprägten, östlich gelegenen Kreisgebiet. Die SPD-Landtagsabgeordnete fordert, die Ausbauprogramme des Landes auf die ländlichen Regionen zu konzentrieren. „Wenn man die Forderung nach gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und auf dem Land ernst nimmt, dann muss man die Funklöcher endlich schließen. Das ist auch eine Frage der Sicherheit“, so Gnadl.

Sie erinnerte an die Berichterstattung des Hessischen Rundfunks zum Funkloch bei Nidda. Entlang der Landstraße 3185 gibt es auf mehreren Kilometern keinen Handyempfang, aber auch das digitale Funknetz BOS der Rettungskräfte ist dort nicht verfügbar. „Wer dort einen Unfall hat oder entdeckt, kann keine Hilfe rufen. Aber selbst wenn dann die Rettungskräfte vor Ort sind, können sie die Leitstelle nicht kontaktieren, weil es keine Netzabdeckung gibt. Und das im Jahr 2020! Da geht es um Menschenleben“, so die SPD-Abgeordnete. Die Netzversorgung an solchen Orten herzustellen müsse auch endlich für das Land Priorität bekommen.