Lisa Gnadl und Christoph Degen (SPD): Verlagerung des Schulamts überdenken

Fotografin: Angelika Aschenbach

Nach Plänen der Hessischen Landesregierung sollen das Staatliche Schulamt für den Wetteraukreis und Hochtaunuskreis und das für die Ausbildung künftiger Lehrkräfte der Region zuständige Studienseminar von Friedberg in den Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil verlagert werden. Zahlreiche der an den beiden Institutionen tätigen Personen sowie Schulleiterinnen und Schuleiter der Region haben in den vergangenen Wochen gegen den geplanten Umzug protestiert. Hintergrund ist vor allem, dass das Schulamt sowie das Studienseminar an ihrem bisherigen Standort in der Wetterauer Kreisstadt wesentlich verkehrsgünstiger für die Schulen und Angestellten gelegen und auch leichter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist als der geplante Standort in Dortelweil.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass die beiden Dienststellen möglichst zentral in der Region liegen sollten, für die sie zuständig sind, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ausbilderinnen und Ausbilder und nicht zuletzt auch die angehenden Lehrerinnen und Lehrer von den umliegenden Schulen den Standort schnell und möglichst auch umweltschonend mit Bussen und Bahnen erreichen können“, so Christoph Degen, bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Seine Wetterauer Fraktionskollegin Lisa Gnadl stört sich vor allem an der mangelnden Einbeziehung der Betroffenen in die Standortentscheidung: „Wir bekommen Briefe und Mails von den zuständigen Personalräten, die sich gegen den Umzug aussprechen. Der Unmut ist offensichtlich groß. Auch wenn das Schulamt in Friedberg wegen auslaufender Mietverträge Mitte nächsten Jahres aus seinen bisherigen Räumlichkeiten ausziehen muss, sollten doch die Beschäftigten und die sich in der Ausbildung befindenden Lehrerinnen und Lehrer angehört und beteiligt werden, wenn es um einen Umzug geht“, fordert Gnadl und bewertet den Umzugsplan als Schwächung des ländlichen Raums. „Die angebliche Strategie von CDU und Grünen den ländlichen Raum zu stärken wird ad absurdum geführt, wenn Landeseinrichtungen aus der Mitte an die Grenze Frankfurts und damit in die Peripherie des Wetteraukreises verlagert werden.“

Die SPD-Fraktion hat den Umzug der Einrichtungen bereits zum Thema im Landtag gemacht und sich auch an Kultusminister Lorz (CDU) gewandt. „Die Landesregierung sollte die geplante Verlagerung überdenken und sich nach neuen Räumen in Friedberg umschauen. Dazu sollte sie am besten auf die Stadt zugehen und den Austausch mit den lokal Verantwortlichen suchen“, so Gnadl und Degen.

Foto: Angelika Aschenbach