„Mathildchen-Debatte“ beschäftigt die Menschen

Fotografin: Peter Jülich

SPD-Fraktion Büdingen stellt Eilvorlage

Seit einigen Wochen sorgen die Presseberichte zur Situation im Capio Mathilden-Hospital für Verunsicherung bei den Menschen in der Region. So wird von einer möglichen Veräußerung des Krankenhauses gesprochen. Die in den Medien genannten Kündigungen in der Führungsriege und unter den Ärzten tragen ebenfalls zur Sorge bei Mitarbeitern und Patienten bei.

Erst im vergangenen Jahr wurden nach fünf Jahren Bauzeit die Kernsanierung und der Umbau sowie die Erweiterung des Mathilden-Hospitals abgeschlossen. Das Land Hessen hat diese Maßnahmen mit fast dreißig Millionen Euro gefördert. „Man könnte fast vermuten, dass durch die enorme Wertsteigerung des Krankenhauses der Verkauf ein Glücksfall für den Capio-Konzern sein könnte“, so die Fraktionsspitze. „Immerhin habe Capio „nur“ um die sechs Millionen Euro für das „Mathildchen“ in die Hand genommen.“

Die von Capio genannte schlechte Entwicklung seiner Kliniken in Deutschland können die Sozialdemokraten für den Standort Büdingen so nicht nachvollziehen. „Schließlich wurde der Umbau auf die Entwicklung und Bedarfe der Zukunft ausgerichtet“, kommentiert die Fraktionsspitze die Ausführungen der Capio-Geschäftsleitung in Schweden.

Um Klarheit über die Situation im Mathilden-Hospital und den Verkaufsplänen des Konzerns zu erhalten, hat die SPD-Fraktion heute eine Eilvorlage beim Stadtverordnetenvorsteher eingereicht. Zum einen beantragt die SPD, dass die Stadtverordnetenversammlung eine Resolution verabschiedet, dass das Büdinger Mathilden-Hospital als selbstständiges Krankenhaus im Rahmen der Krankenhausbedarfsplanung des Landes Hessen erhalten bleiben soll. Gleichzeitig wird Bürgermeister Erich Spamer aufgefordert, die Stadtverordneten von seinem Kenntnisstand zu den Vorgängen, wie der Wechsel in der Geschäftsführung und der Pflegeleitung, den Kündigungen beim ärztlichen Personal und den Verkaufsabsichten des Capio Konzerns zu informieren. Darüber hinaus möchte die SPD Fraktion vom Bürgermeister wissen, wie der Stiftungsvorstand des „Mathildchen“ die derzeitige Situation einschätzt. Schließlich sei er als ständiges Mitglied der Stadt Büdingen in diesem Gremium.

Für die Büdinger SPD-Fraktion steht fest: „Es muss alles dafür getan werden, um das Mathilden-Hospital für Büdingen und die Region zu erhalten und stetig zu verbessern. Gerade im Interesse der Bevölkerung und den zahlreichen Mitarbeitern erwarten die Sozialdemokraten Klarheit und Transparenz.

Die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) unterstützt die Büdinger Eilvorlage. „Wir brauchen im ländlichen Raum eine gute medizinische Versorgung. Das Mathilden-Hospital stellt diese Versorgung sicher und ist darüber hinaus ein wichtiger Arbeitgeber. In die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten sind in den letzten Jahren viele öffentliche Fördermittel geflossen. Diese Investitionen dürfen nicht umsonst gewesen sein. Ich werde alle Bemühungen unterstützen, die Zukunft des ‚Mathildchens‘ zu sichern“, bekräftigt Gnadl.