Die Wetterauer Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) nutzt die Parlamentspause des Hessischen Landtags für eine Sommertour durch ihren Wahlkreis. In diesem Rahmen informierte sich Gnadl in Unter-Widdersheim über die Pläne zur Dorferneuerung in dem Niddaer Stadtteil. „Die Dorferneuerung in Unter-Widdersheim steht noch ganz am Anfang. In den nächsten Jahren wird sich hier viel Neues entwickeln“, kündigte Niddas Erster Stadtrat Reimund Becker an, der zusammen mit der Niddaer SPD-Vorsitzenden Christine Jäger und weiteren Niddaer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Landtagsabgeordnete auf ihrem Rundgang begleitete. Lisa Gnadl betonte, dass sie sich ganz bewusst zu Beginn der Erneuerungsmaßnahmen vor Ort ein Bild machen wolle: „Ich wollte nicht erst kommen, wenn alles eingeweiht wird, sondern mir die aktuelle Situation ansehen, um die Veränderungen mitverfolgen zu können“, so Gnadl. Unter-Widdersheims Ortsvorsteher Rainer Strauch führte die Gruppe durch den Ort und erläuterte einige Schwerpunkte der Dorferneuerung. Nachdem Unter-Widdersheim im Jahr 2009 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden sei, habe man in Zusammenarbeit mit der Regionalentwicklungsagentur PRO REGIO ein Konzept für die Dorfentwicklung erarbeitet, erklärte Strauch. So solle der Platz um das Bürgerhaus und in der Dorfmitte entsprechend hergerichtet werden, um für die Dorfgemeinschaft einen attraktiven Treffpunkt zu schaffen. Durch verkehrsberuhigende Maßnahmen auf den Durchfahrtstraßen solle besonders der LKW-Verkehr verlangsamt werden, um mehr Sicherheit für Fußgänger zu schaffen und die Wohnqualität zu erhöhen. Der Zuweg zum Friedhof, bisher steil und besonders für ältere Menschen schwer zu bewältigen, solle abgeflacht und besser begehbar gemacht werden.
Zudem muss sich Unter-Widdersheim auch im Rahmen der Dorferneuerung der Diskussion um den benachbarten Steinbruch stellen, wie während des Rundgangs deutlich wurde. Mitglieder einer Bürgerinitiative, die meisten aus der Nachbargemeinde Steinheim angereist, machten die Landtagsabgeordnete auf die Beeinträchtigungen durch den Steinbruch aufmerksam. Lisa Gnadl ließ sich die Anliegen der Bürgerinitiative erläutern, merkte aber auch an: „Ich kenne diese Problematik auch aus anderen Orten wie etwa Ortenberg. Es gibt einen Konflikt zwischen dem Minimieren der Beeinträchtigungen und dem Erhalt der Arbeitsplätze und der Wirtschaftsleistung. Dieser Konflikt zieht sich ebenfalls durch Unter-Widdersheim und kann nur vor Ort bearbeitet werden. Auch wenn die Dorferneuerung direkt nichts mit dem Steinbruch zu tun hat, können flankierende Maßnahmen wie die Verkehrsberuhigung und eine angedachte Messstation das Problem vielleicht entschärfen“, hofft Gnadl.
Auf dem Rundgang durch Unter-Widdersheim zeigte Dorfvorsteher Strauch auch den Scheunenkranz in der Dorfmitte, der ein besonders Merkmal des unter Ensembleschutz stehenden historischen Ortskernes von Unter-Widdersheim sei und den es zu erhalten gelte. Gnadl wies in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass private Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms ebenfalls förderfähig seien: „Es ist ja oft so, dass das Ortsbild enorm profitiert, wenn etwa historische Privathäuser wieder hergerichtet werden“, so Gnadl.
Die Besichtigung führte anschließend am Massohlgraben entlang, der zurzeit noch gestaut wird und als Löschwasserreservoir dient. Wie Rainer Strauch berichtete, sei im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehen, den Bach in einen neu anzulegenden Dorfteich münden zu lassen, der dann auch als Löschteich dienen solle. Es sei aber zu beachten, so Strauch, dass einige Maßnahmen zur Aufwertung Unter-Widdersheims nicht durch Mittel der Dorferneuerung finanziert werden können, weil sie in andere Zuständigkeitsbereiche fielen. Dazu zählten beispielsweise die Restaurierung oder Erneuerung der Fenster im Feuerwehrhaus sowie die Einrichtung von Parkplätzen am Friedhof. Hier sei die Stadt Nidda gefragt.
Am Ende des Rundgangs zeigte sich Lisa Gnadl von den geplanten Projekten beeindruckt: „Auch wenn Unter-Widdersheim erst in der Anfangsphase der Dorferneuerung ist, gibt es schon sehr viele konkrete Vorhaben, die das Dorfbild und die Lebensqualität nachhaltig verbessern werden. Die hessischen Dörfer sind der Kristallisationspunkt des ländlichen Lebens. Deshalb sind die Landesmittel für die Dorferneuerung sehr gut angelegt. Sie geben nicht nur durch Investitionen der regionalen Wirtschaft neue Impulse, sondern stärken auch den sozialen Zusammenhalt“, so Lisa Gnadl abschließend.

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